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Wie man Propwash bei Betaflight 3.1.x reduziert

Ein ziemlich unbeliebter Effekt bei FPV-Racern ist der sogenannte Prop Wash. Damit bezeichnet man das „Wobbeln“, wenn der Kopter in seinen eigenen Luftstrom gerät, z.B. bei harten 180°-Turns oder beim schnellen senkrechten Sinken.  Propwash ist ziemlich schwierig komplett zu eliminieren und so leben die meisten Piloten mit ein wenig davon. Bisher galt das Erhöhen des D-Wertes als Mittel der Wahl, allerdings wirkt ein zu hoher D-Wert kontraproduktiv und macht den Kopter weniger „responsive“, er reagiert nicht mehr so direkt auf Knüppelbewegungen.

Betaflight 3.1.x macht eigentlich in dieser Beziehung schon einen recht guten Job und der Propwash hält sich in Grenzen. Jetzt allerdings hat der „Erfinder“ von Betaflight, Boris B. höchstpersönlich, zu Wort gemeldet und einige Tipps zur Bekämpfung von Prop Wash gegeben.

Achtung, bitte macht nach jedem Schritt einen Testflug und checkt eure Motortemperaturen!

Sollten die Motoren heiß werden, sollte ihr die  Änderungen wieder zurücknehmen. Ihr könnt versuchen euren Flight Controller weich zu lagern (softmounten), um Vibrationen vom Gyro fernzuhalten bzw. diese zu reduzieren.

  1. Als solltet ihr den D Lowpass Filtertyp von BIQUAD auf PT1 umstellen. Dieser Filtertyp ist deutlich schneller, dafür allerdings nicht ganz so effektiv. Trotzdem sollte dies bei jedem Kopter möglich sein. Das umstellen erfolgt im CLI mit dem Befehl:
    set d_lowpass_type = PT1
    und speichern mittels save nicht vergessen.
  2. Als nächstes könnt ihr den Notch 1 Filter entfernen. Dazu stellt ihr einfach im PID-Tab unter Filters die
    Gyro Notch Filter 1 Frequency auf 0.
  3. Als nächstes könnt ihr den Notch 2 Filter entfernen. Dazu stellt ihr einfach im PID-Tab unter Filters die
    Gyro Notch Filter 2 Frequency auf 0.
  4. Als nächstes könnt ihr noch den D Term Notch  Filter entfernen. Dazu stellt ihr einfach im PID-Tab unter Filters die
    D Term  Notch Filter  Frequency auf 0.

notch filter

Der  D term Lowpass Filter wird allerdings immer benötigt, dieser sollte keinesfalls entfernt werden.

Im Einzelfall ist es sicher nicht notwenig, alle Schritte durchzuführen. Am effektivsten ist sowieso der 1. Schritt (Filtertyp umstellen), danach sollte sich schon eine deutliche Verbesserung einstellen.

Falls doch Notch-Filter benötigt werden,  ist es wichtig, diese möglichst genau und nicht zu weit einzustellen. Dabei ist eine Blackbox-Analyse unabdingbar. Solltet ihr beispielsweise bei 260Hz  eine Vibrationsspitze haben , dann solltet ihr die Notch-Frequenz auch darauf einstellen. Der Cutoff sollte nicht zu weit von der Spitze eingestellt werden, für obiges Beispiel wären 180 oder gar 200 als Cutoff-Frequenz sinnvoll. Aber hier kommt es immer auf das Vibrationsspektrum an.

Inzwischen gibt es bei Betaflight einen ausführlichen Wiki-Eintrag, der alle Aspekte der Betaflight-Filter ausführlich beleuchtet und eine Vielzahl von Tipps für  optimale Einstellungen beinhaltet.

Ich habe bisher die Schritte 1 und 2 ausgeführt und bin begeistert, es ist fast kein Propwash mehr wahrnehmbar. Im folgenden Video habe ich versucht bei schnellen 180°-Turns Prop Wash zu provozieren, ich habe es fast nicht geschafft.

 

OpenTX 2.2 Sound-Packs für Taranis X9D(+) und Taranis Q X7 in Deutsch

Ich stelle hier mal die von mir gebastelten OpenTX 2.2 Sound-Packs für die Taranis X9D(+) und die Taranis Q X7 zum Download bereit. Sie sind nicht ganz perfekt, aber auf jeden Fall deutlich besser als die original Mitgelieferten von OpenTX 2.2, die meine Ohren doch extrem beleidigt haben.

Die ZIP-Files könnt ihr einfach ins Root-Verzeichnis der SD-Karte eurer Taranis entpacken, die originalen Deutschen Sound-Dateien werden damit ersetzt, also am besten vorher kurz sichern!

Download: Sound-Pack Deutsch FrSky Taranis X9D(+) für OpenTX 2.2

Download: Sound-Pack Deutsch FrSky Taranis Q X7 für OpenTX 2.2

Erstellt wurden sie mit der Software TTSAutomate , die entsprechende PSV-Datei findet ihr oben in den Packs im Verzeichnis SYSTEM. Diese könnt ihr nach Herzenslust an eure Bedürfnisse anpassen .

ttsautomate

TTSAutomate ist eigentlich selbsterklärend, die beste Stimme ist meiner Meinung nach Hedda von Microsoft TTS local. Leider funktioniert dieses TTS-Interface bei mir nur sporadisch und TTSAutomate stürzt dabei gerne mal ab.

Im Nachhinein  ergab sich dabei das Problem, dass nach jeder Phrase eine ziemlich lange Pause eingefügt wurde. Lässt man sich nun z.B. die Spannung ansagen, die sich aus mehreren  Phrasen zusammensetzt, dann dauert das aufgrund der Pausen ewig.

Mit Audacity bin ich also anschließend noch den Pausen zuleibe gerückt, was nach etwas Fummelei auch ganz gut geklappt hat.

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Ein paar Gedanken zu Raceflight

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Vorab 1: Das ist alles meine persönliche Meinung und so solltet ihr es sehen 🙂

Vorab 2: Ich mag Raceflight, auch wenn es nicht unbedingt den Anschein macht 😉

Raceflight spaltet derzeit die Gemüter, einige folgen dem Hype bedingungslos und andere lehnen es komplett ab. Die große Masse steht Raceflight derzeit noch recht zurückhaltend gegenüber.

Kein Wunder, die Installation von Raceflight auf einem Revolt stellt viele noch vor Probleme. Man muss den einen oder anderen Treiber über Zadig installieren, bis dann mal alles läuft. Inzwischen ist das alles recht gut dokumentiert. Der vollmundig als Super-Gyro angekündigte Gyro auf dem Revolt ist ein … hmm schneller Gyro halt. Wie andere schnelle Gyros ist er recht empfindlich gegen Erschütterungen und quittiert diese gerne mit Yaw-Glitches. Man ist also gut beraten den Revolt FC weich zu betten mit O-Ringen drunter und drüber und bloß nicht irgendwie einzuklemmen. Das mag er gar nicht. Hat man das geschafft, funktioniert er aber einwandfrei. Zusammen mit Multishot oder BLHeli_s ESC sind so Taktraten für den Gyro/PID Loop und Motor PWM Rate von 32K problemlos möglich. Betaflight macht hier noch bei 8K für Gyro und PID Loop schluss.

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Auch muss man sich mit neuen Parametern mit geheimnisvoll anmutenden Namen wie „Witchcraft“ auseinandersetzen, was aber im allgemeinen keine großen Probleme verursacht. Die Presets sind recht gut und man kann damit, wie bei Betaflight, schon mal ganz gut in die Luft kommen. Feintuning ist natürlich immer angesagt. Auch die Flightmodes haben urige Namen wie Braindrain (hart, mehr zum racen), Skitzo (weicher, eher für Freestyle) oder Prosmooth (noch weicher?)

Apropos Betaflight … an welchem Punkt die beiden „Kontrahenten“ Raceflight und Betaflight so auseinander gedriftet sind, kann ich nicht mehr nachvollziehen. In meinen Augen absolut überflüssiges Bashing, was da teilweise abläuft. Die derzeitigen Raceflight BB-Versionen basieren in weiten Teilen auf Betaflight Code, der wiederum auf Cleanflight Code basiert. Jeder hat irgendwo seinen Beitrag geleistet. Da Raceflight aber inzwischen Closed Source ist, war man gezwungen den gesamten Code neu zu schreiben, weil man ansonsten laut GPL Lizenz den Quellcode hätte öffentlich machen müssen. Beim neu programmieren war man wohl etwas „nachlässig“, da Betaflight Code in der Raceflight-Software mehr oder weniger eindeutig nachgewiesen wurde … kein schöner Zug.

Als problematisch erweist sich auch die fehlende Unterstützung von Passthrough für die BLHeli-Suite. Desöfteren werden einzelne ESC erst gar nicht erkannt und man muss mit Tricks arbeiten, die allerdings auch nicht immer funktionieren. Reihenweise liest man von Fällen, wo ein Flashen von ESC über die internen Funktionen des Raceflight-Configurators misslang und die ESC „bricked“ sind. Diese lassen sich zwar in der Regel „reparieren“, hierzu muss aber der Bootloader neu geflasht werden, was recht mühsam ist. Der Schwarze Peter wird hier gerne an BLHeli weitergegeben, das angeblich buggy sei und den Fehler verursache … naja. Aber wenn ich das richtig verstanden habe, soll Passthrough wohl demnächst möglich sein und man kann wieder auf die zuverlässig arbeitende BLHeli-Suite zurückgreifen.

Raceflight 1, die ebenfalls groß angekündigte „ganz neue“ Firmware für den Revolt läßt leider auch immer noch auf sich warten, obwohl sie eigentlich zur (auch schon deutlich verspäteten) Einführung des Revolt FC fertig sein sollte. „Soon“ hat sich bereits zum geflügelten Wort entwickelt 🙂 Zumindest läuft der Betatest und bei Youtube tauchen schon die ersten Videos auf. Bis zum Release dürfte es aber leider noch ein wenig dauern, ich bin auf jeden Fall sehr gespannt.

Insgesamt kann man wohl sagen, das bei Raceflight nicht alles so glatt gelaufen ist, wie man sich das wohl gerne gewünscht hätte. Nichtsdestotrotz hat man schon einiges auf die Beine gestellt und hat auch noch einige Pläne in der Schublade. Es bleibt spannend.

Mein Revolt hab ich jetzt seit einigen Wochen in Betrieb und bin insgesamt durchaus sehr zufrieden. Installiert hab ich die Version BB413, die sehr gut und stabil läuft. Es läßt sich schwer in Worte fassen, aber Raceflight hat irgendwas. Der Kopter ist damit unglaublich „responsive“ und reagiert sehr direkt auf Stickbewegungen. Man muss es einfach mal geflogen sein 😉

Zum Abschluss hier ein Video von heute:

Aber der Revolt FC kommt wohl nicht bei jedem gut an 😉

Quicktipp: Betaflight Update schnell erledigt (ab Betaflight 3.0)

In der Version 3.0 Betaflight sind ein paar neue Befehle im CLI hinzugekommen, die das wühlen in den Variablen deutlich vereinfachen:

diff
diff showdefaults

diff-all
Ausgabe von „diff all“

Zeigt alle Werte im aktuellen Profil und aktuellen Rateprofile an, die von den voreingestellten Werten abweichen.  Mit dem Zusatz „showdefaults“ werden zu allen geänderten Werten auch die originalen Werte in einer Kommentarzeile (beginnt mit einem #) angezeigt.

diff all
diff all showdefaults

diff-all-showdefaults
Ausgabe von „diff all showdefaults“

Zeigt alle Werte in allen Profilen und Rateprofilen an, die von den voreingestellten Werten abweichen. Mit dem Zusatz „showdefaults“ werden zu allen geänderten Werten auch die originalen Werte in einer Kommentarzeile (beginnt mit einem #) angezeigt.

Beim Update ist die letzte Funktion sehr hilfreich. Einfach vor dem Update einmal „diff all showdefaults“ eingeben und die Ausgabe kopieren und in einer Textdatei speichern.

Nach dem Update dann einfach den kopierten Text unten in der Befehlszeile einfügen und Enter drücken. Jetzt werden die alten Einstellungen übernommen.

Abschließend einfach „save“ zum speichern der Änderungen eingeben. Das war’s auch schon, alles Einstellungen sind nun wie vor dem Update wiederhergestellt.

Wenn ich mich recht entsinne funktioniert dies aber erst seit der Version 3.0. Bei größeren Versionssprüngen macht dies auch keinen Sinn. Hier sollte man besser alles von Grund auf neu einstellen, da sich oft auch die voreingestellten Werte oder der Syntax ändern.

Enjoy 😉

 

BEEROTOR F3 / ROTOR F3 SYNERGY Anleitung

Mein lieber Mitstreiter Sascha hat sich in die Arbeit gestürzt und eine wundervolle Anleitung für den Beerotor F3 bzw. Rotor F3 Synergy Flight Controller gemacht.

Dieser FC ist in Verbindung mit dem dazugehörigen PDB die Eierlegende Wollmilchsau unter den F3 FC. OSD, Current Sensor, LC-Filter, da bleiben kaum Wünsche offen.

Es gibt ordentliche Grafiken mit den kompletten Pinouts und eine ausfühliche Step-by-Step-Anleitung zur Installation und Konfiguration. Da bleiben keine Fragen offen.

Schaut mal rein bei ihm, es lohnt sich.

Betaflight 3.0 Notch Filter Howto

Bereits seit einiger Zeit werden in Betaflight sogenannte Lowpass-Filter verwendet, die die Daten oberhalb eines bestimmten Frequenzbereiches filtern und versuchen Vibrationen herauszufiltern. Dies funktioniert zwar verhältnismäßig gut, stützt sich aber Erfahrungswerte und nicht auf tatsächliche Werte eines spezifischen Setups . Eine der wichtigsten Neuerungen in Betaflight 3.0 dürfte somit der Notch-Filter für die Gyro-Daten sein.

Zusätzlich wurde noch ein weiterer Notch-Filter für den D Term eingeführt. Hier scheinen die voreingestellten Werte die meisten Szenarien abzudecken. Ich habe auch noch nichts weiter gelesen, wie man diese Einstellungen optimieren kann/soll.

Warum das alles?
„Saubere“ Gyro-Daten helfen uns enorm dabei, die PIDs entsprechend einzustellen. Die Vibrationen aus den Motoren und Propellern haben uns bisher oft daran gehindert, gerade P und D entsprechend hoch einzustellen um den Kopter möglichst „knackig“ zu machen. Hohe D Werte haben oft zu einer Überhitzung der Motoren geführt. Boris B sagte neulich, dass wir eigentlich bisher gezwungenermaßen mit viel zu wenig D geflogen sind. Die neuen Filter werden es uns nun ermöglichen, mit höheren Werten fliegen zu können.

Die vom Gyro gelieferten Daten werden in einem hohen Maße von den Vibrationen der Motoren und Propeller beeinflusst. Ziel des Notch-Filters ist es, diese Daten möglichst effektiv zu bereinigen, bevor die Werte vom PID-Controller weiter verwendet werden. Hierbei werden die tatsächlichen Frequenzen der Vibrationen zu Rate gezogen, die zunächst mittels einer Blackbox-Analyse ermittelt werden. Hierzu geht man wie folgt vor:

Zunächst aktviert man das Blackbox-Feature in Betaflight. Die Aufzeichnungsrate stellt man dabei auf mindestens 1kHz ein. Dies ist notwendig, da man so nach dem Nyquist-Shannon Abtasttheorem die Frequenzdaten im für uns entscheidenden Bereich bis 500Hz erhält. Die von uns gesuchten Frequenzen liegen üblicherweise im Bereich zwischen 200 und 300Hz. Mehr ist natürlich immer besser und bei 4kHz Aufzeichnung erhält man Daten bis 2kHz. Wer hier tiefer einsteigen möchte, dem sei dieser Artikel auf Wikipedia ans Herz gelegt.

Im CLI muss man nun noch 2 Befehle eingeben, damit auch die richtigen Daten für die Analyse aufgezeichnet werden:

set debug_mode=notch
save

Dann geht man einfach eine Runde fliegen, etwas hovern, ein paar Flips und Rollen und ein wenig herumfliegen, gerne auch mal mit Vollgas.

Anschließend liest man die Daten aus der Blackbox aus und öffnet diese  mit dem Betaflight Blackbox Explorer (der alte Cleanflight Blackbox Explorer funktioniert hierfür nicht!). Anschließend erstellt man ein Graph Setup mit den Debug-Daten (Debug Notch).

notch1

Mit einem Klick rechts unter Custom Graph auf die erste Zeile erscheint nun unten links ein Fenster mit der Frequenzanalyse, diese kann man oben in der Funktionsleiste noch maximieren. Am besten schiebt man jetzt den Slider rechts an der Frequenzanalyse nach oben und sieht nun die Daten in der vollen Pracht:

notch2

Update: In der finalen 3.0 Version wurden die Debug-Zeilen noch einmal geändert. Die ersten drei Zeilen sind jetzt die Rohdaten von den Roll, Pitch und Yaw Gyros vor Anwendung des Notch-Filters.

Uns interessiert in erster Linie die angezeigte Markierung für den Max Motor Noise der Raw Gyro Data für Roll und Pitch. Markiert einfach rechts  nacheinander die Zeilen für gyro_raw (roll) und gyro_raw (pitch) und notiert euch die beiden Werte von Max Motor Noise:

notch3 notch4

Von den beiden Werten nehmt ihr einen Mittelwert, ich habe mich bei meinem Setup mal für 230 entschieden. Diesen Wert tragt ihr im Betaflight Configurator (PID -> Filter) bei Gyro Notch Filter Frequency ein. Darunter bei Gyro Notch Filter Frequency Cutoff tragt ihr den Wert ein, wo die Vibrationen beginnen signifikant zu werden. Ich habe hier 150 eingegeben. Die Breite des Notch-Filters wird über den Abstand von „Frequency Cutoff“ zu „Notch Filter Frequency“ eingestellt. Der obere Cutoff hat den gleichen Abstand wie der untere. Also in meinem Fall:
150 – (Abstand 80) – 230 – (Abstand 80) – 310

notch5

Anschließend geht ihr wieder (Blackbox an!) fliegen und den Unterschied sollte man sofort hören. Die Motoren sollten jetzt viel leiser laufen und alles ist irgendwie „geschmeidiger“. Bei den jetzt gewonnenen Blackbox Daten könnt ihr euch auch die Frequenzanalyse mit und ohne Notch-Filter ansehen:

notch6  notch7

Zum Schluss werfen wir noch einen Blick auf die gefilterten Gyro-Daten, denn das ist schließlich das Endergebnis nach dem Durchlaufen aller Filter (LPF und Notch). Wie wir sehen, sehen wir praktisch keine nennenswerten Vibrationen mehr, und das ist es ja, was wir erreichen wollten:

notch8

Hört sich im ersten Moment alles furchtbar kompliziert an, ist es aber eigentlich gar nicht. Also nur Mut, es lohnt sich.

Nachtrag:

Heute bin ich dazu gekommen, das Setup mit aktivem Notch-Filter mal ordentlich zu fliegen. Der Effekt ist wie erwartet, die Vibrationen sind deutlich reduziert, der Kopter ist insgesamt „leiser“. Bei den Flugeigenschaften konnte ich jetzt keine riesigen Unterschiede feststellen, aber die Motortemperatur ist deutlich niedriger als ohne Notch-Filter. Im nächsten Schritt werde ich jetzt versuchen die PIDs anzuheben, insbesondere P und D und bin mal gespannt, was da jetzt noch so geht.

Nachtrag 2:

Ich konnte die P-Werte für Roll und Pitch problemlos um 5 Punkte anheben. Gleichzeitig hab ich die dazugehörigen D-Werte um 3 Punkte angehoben. Ich konnte keine störenden Oszillationen feststellen und das Flugverhalten ist jetzt noch besser. Propwash ist praktisch nicht vorhanden. Fantastisch. Ich bin heute mal im Vergleich dazu einen anderen Kopter mit BF 2.9.0 geflogen und muss sagen, dass sich BF 3.0 DEUTLICH besser anfühlt. Ich liebe es 🙂

Mit dem FPV-Racer nach Kanada fliegen …

Nee, natürlich nicht so, sondern im Flugzeug. Was habt ihr denn gedacht 😉

Nach unzähligen erschreckenden und beunruhigenden Berichten, die ich in den Weiten den WWW gefunden hatte, wurde es Zeit für einen Selbsttest. Also, keine Mühen und Unkosten gescheut und kurzerhand eine Reise nach Kanada organisiert. Die Challenge dabei war, unbehelligt mit dem Quadrokopter samt allem benötigten Zubehör inklusive diverser 1550er 4s Lipos sowohl hin als auch wieder zurück zu fliegen.

Im Vorfeld hatte ich mich natürlich entsprechend vorbereitet. Die beiden auserwählten FPV-Racer (RC180 und LSX233) mitsamt Taranis und jeder Menge Zubehör wurden fein säuberlich in einem Koffer verpackt und mit jeder Menge Schaumstoff und Handtüchern geschützt. Die Jungs, die bei den Flughäfen für das Gepäck zuständig sind stehen ja nicht gerade in dem Ruf, zimperlich mit mit den Koffern umzugehen.

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Bei den Lipos hatte ich die Kontakte abgeklebt und sie in 2 Lipo-Safe-Bags verpackt und in meinem Handgepäck verstaut, alles ganz nach Vorschrift. Natürlich hatte ich mir auch die entsprechenden IATA-Richtlinien für Lithium-Akkus ausgedruckt, die ich aber letztlich nicht zücken musste.

Lipo Guard Safety Bag
Lipo Guard Safety Bag

Auf dem Hinflug von Frankfurt nach Halifax fanden die Lipos kaum weitere Beachtung, alles lief ohne weitere Nachfragen glatt durch. Der zuständige Mann am Röntgengerät warf nur einen kurzen Blick darauf und schon ging es weiter.

Auf der Rückreise dann nahm man es im kanadischen Halifax doch etwas genauer. Die freundliche Dame bei der Handgepäckkontrolle fragte zuerst einmal bei mir nach, ob es sich um Lithium-Akkus handelt, dann wollte sie die Wattstunden wissen. Nach einer kurzen telefonischen Rücksprache mit der Fluggesellschaft (Condor), entschuldigte sie sich bei mir für die Wartezeit und ich durfte  alles wieder einpacken. Alles völlig problemlos.

An beiden Flughäfen machte es den Eindruck, dass man mit dem Thema Lithium-Batterien zumindest ansatzweise vertraut war, zumindest war kein Sprengstoff-Test oder ähnliches fällig.

Am Ende hat alles wunderbar geklappt, auch alles im aufgegebenen Gepäck hat die Reise gut überstanden.

Natürlich bin ich dann in Kanada auch ein wenig herumgeschwebt mit den kleinen Flitzern. Hier schon mal ein paar Auszüge von meinen Ausflügen … more to come soon.

Das restliche Material werde ich in den nächsten Tage mal verarbeiten.

 

 

Welchen FPV Videosender (VTX) soll ich verwenden?

Eine Frage, die immer wieder gestellt wird, ist, welchen Videosender (kurz: VTX) man denn nun verwenden soll.

Eine Frage, die nicht so leicht zu beantworten ist und die von den Anforderungen abhängt.

Will man beispielsweise bei größeren Rennen mitmachen, dann hat man meist wenig Auswahl. Oft werden vom Veranstalter die Sender vorgeschrieben. In der Regel sind dies immer der ImmersionRC 25mW Raceband VTX oder meist auch der TBS Unify Pro 25mW, da diese legal sind und über die Frequenzen im Raceband verfügen, das bei eigentlich allen Rennen genutzt wird.

irc25Der ImmersionRC 25mW ist sicherlich ein Top Sender mit sauberer Frequenztrennung und sehr guter Sendeleistung, allerdings hat er in meinen Augen auch einige Schwächen. Zum einen ist er verdammt groß und klobig und Platz ist in den kleinen Racern nun einmal Mangelware. Zum anderen verfügt er auch heute noch lediglich über DIP-Schalter zum Einstellen von Band und Frequenz. Dafür ist er mit 30-40€ noch relativ preiswert zu haben.

tbs unify proAuch der TBS Unify Pro gehört leistungsmäßig zu den Top-Sendern, leider scheint es immer wieder Probleme mit dem Antennenanschluss zu geben. Des öfteren wird von losen Antennenanschlüssen berichtet, die leicht abbrechen. Eine neue Version soll hier wohl zukünftig Abhilfe schaffen. Auch läuft der Unify Pro ausschließlich mit einer Spannung von 5V (hier schafft die HV-Version Abhilfe) und ist dabei auch noch recht stromhungrig, so das so manches PDB keine ausreichende Leistung liefern kann. Der Preis liegt bei rund 60€.

Beide Sender sind in Deutschland legal zu betreiben, da sie ausreichend Frequenzen im erlaubten Frequenzbereich anbieten und mit einer maximalen Sendeleistung von 25mW arbeiten. Mehr ist in Deutschland im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern dieser Erde nämlich nicht erlaubt.

Außerhalb des Rennbetriebs werden auch gerne andere Sender benutzt, die nicht selten eine höhere Sendeleistung (meist 200mW, selten auch 600mW) haben und deren Betrieb somit ein Deutschland teilweise illegal ist. Trotzdem seien hier ein paar Beispiele genannte:

et200rEachine ET200R VTX, ein ordentlicher Sender mit 40 Channels inklusive Raceband. Band und Frequenzen lassen sich über einen Button einstellen. Der Sender ist bereits für weniger als 20€ zu haben. Es gibt auch einen Version mit 25mW (Eachine ET25R) und eine mit 600mW (Eachine ET600R). Die Sender können mit 7-24V Eingangsspannung betrieben werden, es ist aber ratsam hier höchstens 12V zu verwenden. Die 5V-Out liefern leider meist nur 4,5V, was für die meisten FPV-Kameras zu wenig ist.

fx795t-2FX795T-2, ebenfalls ein 40 Kanal Sender mit Raceband. Über eine Lötbrücke kann man die Sendeleistung von 25mW auf 200mW umschalten und umgekehrt. Wer geschickt ist kann hier sicher auch einen Mikroschalter oder Pinheader für einen Jumper einlöten. Kanäle und Bänder werden auch hier über einen Button ausgewählt. Der Sender verfügt außerdem über ein eingebautes Mikrofon, die Qualität ist zwar nicht berauschend, aber immerhin. Der 5V-Out-Anschluss liefert hier auch echte 5V und somit funktionieren hier auch die gängigen FPV-Kameras einwandfrei. Für rund 27€ bekommt man einen ausgezeichneten Sender mit vielen Features und sehr guter Leistung. Einer meiner Lieblingssender zur Zeit.

aomwayAuch Aomway bietet mit dem Aomway Mini 5.8Ghz Switchable 25mW 200mW 40CH TX25 einen VTX bei dem sich die Leistung über eine Lötbrücke ändern lässt. Für rund 22€ bekommt man einen soliden VTX mit guter Leistung, Steuerung über einen Button inklusive. Er verfügt allerdings nicht über ein eingebautes Mikrofon.

 

Alle hier vorgestellten Sender lassen sich in Deutschland legal betreiben (bis auf ET200R und ET600R), wenn man die verschiedenen Einstellmöglichkeiten entsprechend nutzt. Es gibt noch einige weitere legal zu betreibende Videosender, die ich hier leider nicht alle ausführlich vorstellen kann. Bis auf den TBS Unify Pro habe ich alle oben aufgeführten bereits verbaut und getestet.

 

LSX233 Frame mit Wechselarmen

Bereits vor einiger Zeit habe ich hier unseren ersten Knallkop(p)ter Team-Frame, den LSX233 vorgestellt. Ein toller X-Frame, der immer noch einer meiner Lieblingsframes ist, da er hervorragende Flugeigenschaften aufweist.

Ein Nachteil bei Monoframes ist allerdings, dass bei einem Bruch des Armes gleich eine komplett neue Grundplatte notwendig ist, schnelle Reparaturen an der Rennstrecke sind faktisch ausgeschlossen.

Ein Grund unseren begnadeten Chefdesigner Steffen nochmal ans Zeichenbrett zu setzen und herausgekommen ist eine Weiterentwicklung unseres ersten Frames, diesmal mit 4mm Wechselarmen. Natürlich ist es wieder ein echter X-Frame mit abgesenkter Heckpartie.

Der Prototyp wurde letzte Woche fertig und wurde gleich mit persönlicher Widmung an unser Geburtstagskind Dörkje weitergereicht. Er befindet sich derzeit im Aufbau und sicher gibt es auch bald bewegte Bilder zu sehen.

Ein herzlicher Dank auch an Mathias Wenzel von MNW-Solution, der uns den Frame in gewohnter Topqualität sehr kurzfristig gefräst hat.

Genug geschwatzt, lassen wir Bilder sprechen 😉 Ich hoffe, euch gefällt der Frame.

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FPV Kamera Einstellungen für Runcam Swift, PZ0420M, SkyPlus und Foxeer HS1177

Gute Einstellungen sind besonders wichtig für die FPV-Kamera, denn nichts ist schlimmer, als beispielsweise bei schnell wechselnden Lichtverhältnissen auf einmal nichts mehr zu sehen.

Die aktuelle gängigen FPV-Kameras arbeiten fast alle mit dem gleichen Chip und auch die OSD-Menüs sind nahezu identisch.

Folgende FPV-Kameras kann man z.B. mit diesen Einstellungen „füttern“:

Runcam Swift 
Runcam PZ0420M 2.4mm Linse
Runcam PZ0420M 2.8mm Linse 
Runcam SkyPlus 
Foxeer HS1177 
Foxeer HS1177M 

Nach etlichen Versuchen habe ich Einstellungen gefunden, mit denen ich sehr zufrieden bin. Diese möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten und habe daher ein kleines Video dazu gemacht:

Die Einstellungen im Überblick:

FPV-Cam Settings

Natürlich hat jeder so seine Vorlieben und findet vielleicht andere Einstellungen besser. Mir gefällt es so und ich finde, die DVR-Aufnahme spricht für sich:

Und hier bei tief stehender Sonne: