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250g oder „Die neue magische Grenze“

Da haben wir den Salat, oder etwa nicht? Das BMVI unter Federführung von Bundesminister Dobrindt hat nun kürzlich die neue „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ vorgelegt, die den Umgang mit Drohnen und anderen unbemannten Fluggeräten regelt. Damit gibt es jetzt einige neue Regeln, die es zu beachten gilt. Weitere Details zur Verordnung findet ihr beim BMVI. Sie wird vermutlich irgendwann im Herbst in Kraft treten.

Während die klassischen Modellflieger nun mit recht restriktiven Höhenbeschränkungen gegängelt werden sollen (ich hoffe sehr, dass sich da noch etwas tut), trifft es die Freunde des gepflegten FPV-Racens weniger hart. FPV wird endlich aus der Grauzone befreit und in engen Grenzen legalisiert. So darf man jetzt mit einem sogenannten Spotter, der das Umfeld beobachtet und den Piloten auf Gefahren aufmerksam macht, legal bis zu einer Höhe von 30m und in Sichtweite des Spotters FPV fliegen. Dabei ist keine Lehrer-Schüler-Verbindung zwischen 2 Fernsteuerungen mehr notwendig, wie es bisher oft verlangt wurde (wobei die Gesetzeslage eher schwammig war). Liegt das Abfluggewicht des Kopters bei maximal 250g, so darf man sogar ohne Spotter seinem FPV-Hobby fröhnen.

„Nunja, ein 250g-Racer, das kann ja nicht wirklich Spaß machen“ Werden jetzt sicherlich viele denken. Falsch gedacht, in 250g läßt sich eine Menge Spaß und Power unterbringen.

Natürlich beschäftigt auch mich das Thema intensiv und mein erster 250g-Prototyp war an diesem Wochenende erstmals in der Luft. Es sind noch ein paar Schwachpunkte zu beheben, aber das Konzept geht auf.

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Viel Spielraum bleibt natürlich nicht und man muss auf kleine, leichte Komponenten setzen. Ich habe mich für die kleinen, aber sehr leistungsstarken Emax RS1306 4000kV Motoren entschieden, die mit 3 Zoll Propellern bestückt werden und damit dem Kleinen ordentlich Schub spendieren. DYS XM20A ESCs geflasht mit Multishot sowie eine PIKO BLX Flight Controller, der von Betaflight in der aktuellen Version 3.1.3 angetrieben wird, runden das Antriebsset ab. Das Gewicht läßt sogar noch eine vollwertige FPV-Kamera zu (hier Foxeer HS1189 16:9, wird aber noch gegen eine Runcam Swift 2 ausgetauscht). Die komplette Teileliste findet ihr unten im Beitrag.

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Zusammen mit einen Turnigy Nano-Tech 4s 850mAh 45/90c Lipo komme ich dann auf ein Abfluggewicht von 243g. Und der von mir auf den „putzigen“ Namen U250 getaufte kleine Kraftprotz fliegt sich fast wie 5 Zoll Racer, wie man im Video sehen kann. Mit den 4-Blatt-Propellern war ich allerdings nicht zufrieden und bin auf die unten verlinkten DYS 3045 umgestiegen, die deutlich mehr Druck haben. Weitere Propeller werde ich noch testen.

Komplettes Setup:

Diatone Lizard 180 – Flying Squirrel

Heute mal wieder einen kleinen Umbau abgeschlossen. Die gleichen Komponenten hatte ich bereits auf einem anderen Frame verbaut, allerdings war dieser mit gut 130g etwas schwer und machte nicht so wirklich Spaß.

Also hab ich mich nach Alternativen umgesehen und bin auf den Diatone Lizard 180 gestoßen. Mit rund 60g ist er wirklich sehr leicht und trotzdem recht stabil. Die Grundplatte mit den Armen ist aus 2,5 mm Carbon von guter Qualität. Die Plastik-Spacer habe ich allerdings gegen etwas längere (25mm) Alu-Spacer getauscht, um die HS1177 FPV Kamera vernünftig unterbringen zu können.

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Als Gehirn kommt bei mir erstmals ein X-Racer F303 Flight Controller zum Einsatz. Dieser kommt im Gegensatz zu den SP Racing F3 Klonen ohne diese doofen Micro-Stecker aus. Leider hat er dafür keinen VBAT-Anschluss. Da für mich in Punkto Telemetrie sowieso nur die Akkuspannung von Interesse ist habe ich daher einen FrSky Telemetry System Accessories Battery Voltage Sensor FBVS-01 (eigentlich ein einfacher Voltage Divider) verwendet und an den analogen Anschluss des FrSky D4R-II Receivers angeschlossen.

Als Motoren kommen die bekannten DYS BE1806 zum Einsatz, die von auf die aktuelle BLHeli geflashten DYS SN20A ESC beheizt werden. Für ausreichend Auftrieb sorgen DAL T4045BN Propeller

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Als FPV-Sender wird ein FX799T 40-Kanal TX mit den bewährten Aomway Cloverleafs genutzt.

Abgerundet durch ein paar zusammengefrickelte 3D-Druckteile steht der fertige kleine Flitzer nun bereit für seinen ersten großen Auftritt. Ich bin sehr zuversichtlich, dass das „Flying Squirrel“ genug Dampf hat und mir viel Freude bereiten wird. Den Namen hat er übrigens von einem Kollegen, der meinte, dass der Frame mit den seltsam geformten Armen wie Flughörnchen aussehen würde 🙂

Mit 280g ein echtes Leichtgewicht. Packt man noch eine Runcam 2 HD und einen Turnigy Bolt 1000mAh 4S 15.2V 65~130C High Voltage Lipoly Pack (LiHV) drauf landet man bei einem AUW von 447g. Ohne HD-Cam beträgt das AUW 398g.

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CP180 FPV Racer – My secret Love ;-)

Bereits seit einigen Monaten in meinem Hangar ist der kleine CP180 und er ist auch heute noch einer meiner Lieblings-Racer, wenn nicht mein liebster. Er kommt oft und lange an die frische Luft und ich verschaffe ihm gerne viel Bewegung 😉

 

„Besonderes“ ist eigentlich nichts daran, die verbauten Komponenten sind nicht sonderlich hochwertig. Und trotzdem passt das Gesamtpaket. Er hat Power satt, ist unglaublich wendig und spritzig und dabei halbwegs genügsam im Verbrauch. Voll beladen mit einem 1400er 4s Akku und einer Runcam 2 für Videoaufnahmen bringt er knapp 500g auf die Waage, ein gutes Kampfgewicht.

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Der Frame ist ein kleines Prachtstück, die vordere Platte für die HD-Cam ist bei der von mir verwendeten Extreme Edition per Design mit 17° angewinkelt. Die Akkuplatte ist damit relativ niedrig angesetzt, was den Schwerpunkt nach unten verlegt. Ein klarer Pluspunkt für die Wendigkeit. Der Frame ist für 49,95€ hier erhältlich: CP180 Extreme Edition Frame.

Als Motoren kommen DYS BE1806 2300kv zum Einsatz, keine High-End-Motoren, aber bei diesem Setup irgendwie genau die richtigen. Eigentlich nur für 3s spezifiziert, tun sie auch an 4s problemlos seit Monaten ihren Dienst und entwickeln ordentlich Power. Die verbauten DYS SN20A ESC wurden von mir mit BLHeli 14.4.0 geflasht, Motor Timing „Medium high“, Damped Light aktiviert und ansonsten Standardeinstellung.

Auf ein PDB hab ich bei diesem Setup aus Platzgründen verzichtet. Die 5V für den FC liefert ein kleiner regelbarer Step-Down, VTX und FPV-Kamera werden direkt vom Lipo mit 4s befeuert.

Als Propeller habe ich mit Gemfan 4045 Bullnose oder DAL T4045 Bullnose Tri Blade die besten Erfahrungen gemacht, wobei die 3-Blatt-Propeller noch einmal eine deutlichen Leistungsschub bringen und die Wendigkeit verbessern.

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Als Flight Controller kommt eine stinknormale Naze32 mit derzeit noch Betaflight 2.1.6 zum Einsatz. Die aktuellen PIDs findet ihr hier:

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Ein Update auf 2.4.0 wird allerdings bald folgen. Heute würde ich als Flight Controller allerdings ein SP Racing F3 einbauen, das inzwischen fast zum gleichen Preis erhältlich ist und deutlich mehr leistet.

Die FPV Kamera ist die bewährte Runcam PZ0420M, dank einer passenden Vorrichtung im Frame läßt sie sich gleich mit 10, 15 oder 25° Neigung einbauen. Als Videosender kommt der beliebte und günstige Eachine ET200R mit Raceband zum Einsatz. Aomway Clover Leaf Antennen vervollständigen das FPV-Setup.

Für die Verbindung zur Taranis ist ein FrSky D4R-II zuständig, den es inzwischen auch in einer Version ohne Pins als FrSky D4R-II Naked gibt. Nicht unpraktisch, wenn man wie hier nicht viel Platz hat. Ich habe allerdings auch die Version mit Pins hineinbekommen.  Platz gefunden haben auch noch ein Buzzer (damit man den Kleinen auch im hohen Gras wiederfindet) sowie ein kleine LC-Filter gegen Streifen im Bild.

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Für schöne Videoaufnahmen der vielen Crashs habe ich eine Runcam 2 oben drauf geschnallt, die sehr gute Aufnahmen in Full HD mit 60 FPS liefert.

Der Frame ist ziemlich eng und man hat so seine Arbeit alles vernünftig unterzubringen, aber die Mühe lohnt sich. Der CP180 fliegt sich einfach hervorragend und macht jede Menge Spaß.

Noch ein Tipp zum Schluss: Es empfiehlt sich dringend für den Lipo eine Schale gegen Verrutschen zu montieren, sonst schlitzt man sich bei Crashs gerne mal den Lipo mit den Propellern auf. Eine entsprechende Druckvorlage findet ihr bei Thingiverse.

Lantian LT210, DYS BE2204, DYS XM20A SiLabs ESC

IMG_20160115_174735Meine letzte Errungenschaft, der Lantian LT210 Frame sieht dem QAV210 oder dem Lisam LS210 sehr ähnlich, allerdings ist er in 2 Varianten erhältlich. Einmal Standard mit einer 3mm Bodenplatte und mit einmal mit einer massiven 5mm Bodenplatte. Ich habe mich für die dickere Variante entschieden, wobei allein die Bodenplatte bereits 112g auf die Waage bringt. Dafür dürfte diese nahezu unzerstörbar sein.

Außerdem habe ich bei diesem Build erstmals ESC mit SiLabs Chip verwendet, und zwar die DYS XM20A. Diese sind ab Werk mit dem BLHeli Bootloader sowie der BLHeli Firmware in der Version 14.2.0 versehen. Ein großer Vorteil dieser ESC liegt darin, dass sie sich bequem mit der BLHeli Suite über Betaflight flashen und einstellen lassen (1-Wire Pass-Through). Die neuen SiLabs ESC stehen auch in dem Ruf, deutlich mehr Leistung aus den Motoren zu kitzeln und schneller zu schalten. Das merkt man auch im praktischen Flugbetrieb.

Als Flight-Controller kommt ein SP Racing F3 zum Einsatz. Im Gegensatz zur normalen Naze32 verfügt dieser über einen F3 Prozessor, der zum einen deutlich schneller ist und zum anderen über mehr Schnittstellen (3 UARTS) verfügt, auch Inversion für s.bus Receiver und Telemetrie kann er von Haus aus.

Als Firmware kommt aktuell Boris B Betaflight V2.2.0 zum Einsatz, je nach Lust und Laune mit PID-Controller #1 oder #2, aber immer mit aktiviertem Air Mode.

Komplettes Setup:
Lantian LT210 Frame 5mm Version
DYS BE2204 2400kv Motors
DAL 5045BN V2 Props
DYS XM20A SiLabs ESC BLHeli 14
SP Racing F3 Flight Controller
Matek PDB Power Hub V2.1
Eachine ET200 VTX
Aomway Clover Leaf Antenna
Foxeer XAT650M HS1177M FPV Cam
FrSky X4R RX
Runcam 2 HD Cam set to 1080p60

 

Enjoy 🙂